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Sürejja Durovska

Körper und Gesichter in tänzerischer oder aufeinander bezogener Bewegung prägen die teils riesigen Bildflächen. Mimik und Gestik sind differenziert. Die Zwiesprache der weiblichen Wesen erscheinen versöhnter als in früheren Werken. Die dazugehörigen Dialoge und Geschichten mit vielfältigen Emotionen verraten distanzlose Ehrlichkeit. Es wird in diesem phantasievollen Figurenfundus gemocht, geängstigt, geträumt, getanzt, roh miteinander umgegangen, verziehen und gelacht. In sich stabil stehend, sind die Handelnden in ihrer Gleichzeitigkeit in leichter und schwebender Drift im Bildraum eingebunden. Sie sind vernetzt durch ein kleinteiliges Gespinst aus graphischen Linien mit gelegentlichen figürlichen Verdichtungen. Dieses eigenständig amöbenhaft sich rankende Gefilde füllt den Hintergrund nicht komplett aus. Es wirkt wie eine Stimmungsaura, die mehr das Beziehungsgeflecht der Figuren andeutet, als einen räumlichen Zusammenhang. Gelegentlich wandert die Musterung auf die Figuren und wird ein Kleid aus Tätowierung, innerer Organstruktur und gehäkelten Textilien. Die zunächst auf einen Farbhintergrund gezeichneten Linien werden mit Markern verstärkt und schließlich farbig ausgefüllt. Sie bieten Analogien zur Struktur von Aborigine-Kunst. Je nach Fröhlichkeit und Dramatik der szenischen Collage passt sich die auf die Figuren beschränkte Farbigkeit und die Dichtigkeit des begleitenden Linienflors der Stimmungslage an, die hier einen sehr direkten künstlerischen Ausdruck gefunden hat, wie ein Seismogramm der Empfindungsintensität. Eine Perlenkette ist auf den neuesten Arbeiten der Ausgangspunkt für eine Verknüpfung der einzelnen Szenen durch ein fortlaufendes, aber variiertes Strukturmuster.

Ihre Leistung hat ihr die Nominierung zum Euward Preis 2014 erbracht.

Die komplexen Bildwelten von Sürejja Durovska verweisen auf Familiensituationen und ihre mazedonischen Wurzeln.