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Lars Otten

Lars Ottens Arbeiten sind von feinen Liniengittern geprägt. Frühere Arbeiten zeigen roboterhafte, aber individuelle Figuren oder Gegenstände mit diesen Gitterstrukturen. Augenblicklich beschäftigen ihn neben Baustellen auch Gebäude. Er beginnt mitten in seinen Din A 4-Blättern und zieht feine Linien, die in geometrischen Grundstrukturen die Gebäudekörper wiedergeben. Diese füllt er mit feinmaschigen Liniennetzen aus und verbindet sie wiederum mit den anderen Details auf dem Blatt. Diese Maschenstruktur überzieht die Gebäudeflächen wie eine Mullbinde mit unterschiedlichen Gittergrößen und hat ihr Eigenleben dadurch, dass die untereinander verwobenen Linien wie bei einem lockeren Gewebe nicht statisch gerade verlaufen, sondern die Konturen in Bewegung bringen und lebendig wallen lassen, als würden sich die Gebäude auf einer bewegten Wasseroberfläche spiegeln. Die Linien enden sauber an den Außenkonturen und lassen Fenster und Tore frei. Einzelne Bauteile werden durch verdichtete Strichstärken betont. Auch gelegentliche Wolken sind von einer starken Kontur her gedacht. Diese wie Kraftfelder wirkenden Linien führen die Aufmerksamkeit weiter und vereinheitlichen die Gebäudeensembles und ihre Materialien in einem objektunabhängigen und eigenen Muster, das weder die Silhouette, noch Details klar umreißt, sondern diese in einen eigenen Rhythmus überführt, bei dem Sorgfalt und Aufmerksamkeit einzelnen Fokusfeldern gilt, die zusammenwachsen.

Seine mit dem zweiten Preis der Aktion Kunststiftung versehenen Arbeiten werden auch in Linoldruck übersetzt.

Lars Otten zeichnet linkshändig mit einem schwarzen Stift. Auf seinen Leinwänden gestaltet er die Untergründe mit Pinsel und Spachtel, bevor die Zeichnung platziert wird. Manchmal baut er Collagen ein.