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Elisabeth Paulus

Als Vorlage nutzt Elisabeth Paulus neben einer schlichten Kaffeekanne ein antikes Bügeleisen, Tassen, Teller- sowie einige in Stein gearbeitete Früchte in einer Schale, Teesiebe und gelegentlich andere Objekte. Ohne sich an das reale Arrangement zu halten, dienen die Objekte nur der Vergewisserung der Formwelt, werden aber in Größe und Farbe frei auf Zeichenbögen und Leinwände kombiniert und mutig auf die Fläche verteilt. Lineare Konturen, zunächst mit Bleistift angelegt, dann mit verschiedenen Farbstiften nachgezogen, sind dort verschachtelt, werden durch mehrmalige Parallellinien verstärkt und nachträglich zu Teilen in Aquarell ausgefüllt und mit Tusche ergänzt. Die vielfältige Farbigkeit folgt der Tagesstimmung.

In ihren vorher bestimmenden Figurendarstellungen (Menschen, Engel, Hunde, Katzen, Fische, Vögel) folgt sie einem ähnlichen Prinzip der Zerlegung in und Betonung durch Rundformen, die Köpfe, Bäuche, Kniescheiben, Hände oder Füße darstellen. Andere Körperdetails werden ausgeblendet. Die Figurengruppen sind meist längsgestreckt und durch lineare Parallelstrukturen hinterfangen, die ungebremst zu einer starken Verdichtung führen können. Die Haare folgen bisweilen diesem Prinzip und stehen punkig zu Berge. Aus der Sicherheit solcher gewohnter Formstrukturen zu Neuem aufzubrechen, ist ein langsamer Prozess. Schnell ist hingegen ihr Strich und die Produktivität, in der sie in ihrem eigenen System Bilder erstellt. 

Elisabeth Paulus gelingen erstaunliche Variationen von höchst eigenwilligen Stillleben.